Frau Kulczyk hat eine Vision

29. Dezember 2018

Susch im Unterengadin war bisher nur als Verkehrsknoten und Autodorf bekannt. Eine polnische Milliardärin will es zum Zentrum moderner Kunst machen. Kann das funktionieren?

Wird der Platz in der Kirche wohl reichen? An normalen Tagen würde Messmer Hermann Thom so eine Frage nicht einmal in den Sinn kommen. Susch im Unterengadin hat knapp über 200 Einwohner, die meisten von ihnen gehen nicht regelmässig in den Gottesdienst. Wenn der Schnee hoch liegt oder der eiskalte Westwind durch das Tal weht, dann «kommen vier, höchstens fünf», sagt Thom, während er die Steinterrasse vor der Kirche kehrt.


Aus einer alten Brauerei machten zwei Zürcher Architekten ein modernes Museum.
Foto: B. Odehnal

Expedition in ein unbekanntes Land

22. Juni 2018

Kosovo fiel bisher vor allem als Unruheherd auf. Die aufregende Kultur und Natur des jüngsten Staates Europas warten auf Touristen. Mit einer Schweizer Reisegruppe auf Entdeckungstour.

Ein paar Meter noch bergauf, dann gibt der Wald den Blick auf ein beeindruckendes Panorama frei. Auf den Gipfeln liegt noch Schnee, darunter grasen Kühe auf saftigen Alpwiesen. «Es ist wirklich wie bei uns», staunt Katharina. Als Primarlehrerin in Luzern betreute sie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Schülerinnen und Schüler aus Kosovo, die ihre Heimat mit den Schweizer Alpen verglichen. Die heute pensionierte Lehrerin konnte das nie so recht glauben. Jetzt steht sie zum ersten Mal selbst in der Gebirgslandschaft des Dreiländerecks Kosovo–Albanien–Montenegro und muss zugeben, dass die Schüler recht hatten. Mit einer Ausnahme: Eine Moschee auf 1100 Meter über Meer wird man in der Schweiz kaum finden.


Die Alpen des Kosovo: Blick über das Rugova-Tal Richtung Albanien