Viktors wundersame Welt

8. Juni 2016

Frankenschuldner leben in einem «Wohnpark» im ungarischen Niemandsland, eine Nostalgiebahn fährt nach Nirgendwo: zu Besuch bei Viktor Orbans Prestigeprojekten. 

«Aus der Schweiz kommen Sie? Und in den Wohnpark wollen Sie?» Die Verkäuferin in der Imbissbude an der staubigen ungarischen Landstrasse blickt die Besucher ungläubig an. Als wüsste sie nicht, ob sie die Idee für besonders mutig oder wahnsinnig halten soll. Sie entscheidet sich für einen sehr knappen Rat: «An Ihrer Stelle würde ich das bleiben lassen.» 


Leere Strassen, keine Schule, kein Arzt, kein Supermarkt: Die Siedlung für die ungarischen Opfer des hohen Frankenkurses. Foto: Flavia Forrer

Schweizer Stiftung im Visier der österreichischen Justiz

29. Mai 2016

Eine wertvolle Wiener Immobilie wurde von der Stadt an die Schaffhauser Stiftung Rising Tide verkauft – zu einem Spottpreis. Jetzt werden schwere Anschuldigungen laut.

Sie wurde als Eliteinternat mit «einzigartiger Mischung aus Wissenschaft, Musikund Kunsterziehung» gegründet: die Amadeus International School Vienna. Für die Erziehung zahlen Eltern aus Russland oder Asien bis zu 43 000 Euro pro Jahr. Aber nicht wegen der ausserordentlichen Leistungen ihrer Lehrer oder Schüler ist die Wiener Nobelschule jetzt in die Schlagzeilen geraten: Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Korruption und der Geldwäsche. Oppositionsparteien vermuten ein schmutziges Geschäft der Stadtregierung mit dubiosen Investoren und Off-Shore-Firmen.


Schule im Grünen mit vielen Problemen: Amadeus Vienna in der alten Semmelweisklinik in Wien. Foto: B. Odehnal