Liechtenstein

Ein Museum verschwindet

28. Oktober 2017

Eine einmalige Sammlung des Skirennsports hat sich in Liechtenstein in Luft aufgelöst. Die einzige heisse Spur führt nach Tirol – zu einem reichen, mächtigen Familienclan.

Ganz aufgegeben hat Lieselotte Schlumpf ihre Suche noch nicht. Obwohl die Hoffnung schwindet. Dennoch stellte die Therapeutin aus Wattwil Anfang Oktober einen Aufruf auf die Facebook-Seite ihres Toggenburger Nostalgie-Skiclubs: «Zeugen gesucht: Wir benötigen Hilfe, die Erinnerungsstücke unserer Väter zu finden.» So dramatisch das klang, konnte es doch nicht ganz die Grösse des Verlusts vermitteln: Denn es geht nicht nur um ein paar Erinnerungsstücke. Es geht um bedeutende Stücke aus der Geschichte des Skirennsports in der Ostschweiz, in Liechtenstein und Österreich.

Bis vor drei Jahren wusste Schlumpf diese Stücke in guten Händen – im Skimuseum Vaduz ihres Liechtensteiner Bekannten Noldi Beck. Der ehemalige Skirennfahrer hatte eine Sammlung zusammengetragen, die weit über die Grenzen des Fürstentums bekannt war. Selbst im fernen Kanada wusste man das Museum zu schätzen. John Fry, Vorsitzender des Internationalen Verbands für Skigeschichte, spricht von einer «einzigartigen Sammlung, die kommenden Generationen viel über die Anfänge des Skisports hätte erzählen können».

Hätte. Denn das Skimuseum von Vaduz ist verschwunden.


Skimuseum Vaduz, 2103. Zwei Jahre später wurden alle Exponate abtransportiert. Foto: privat

Liechtensteins Regierung will Konsequenzen aus der Dokumenten-Affäre ziehen

23. Dezember 2011

Die Anwaltskanzlei Marxer fühlt sich zu Unrecht in eine politische Geschichte hineingezogen.

Von Bernhard Odehnal, Wien

Eineinhalb Tage brauchte die renommierte Liechtensteiner Anwaltskanzlei Marxer & Partner, um auf die Vorwürfe gegen einen ihrer Rechtsanwälte und Partner zu reagieren. Dem Mann wird vorgeworfen, er habe Dokumente aus einer Hausdurchsuchung aus dem Gericht entwendet und erst sechs Wochen später zurückgegeben (TA von gestern).

Swiss Connection

23. Februar 2012

Eine mysteriöse Firma, eine Schwiegermutter, stumme Treuhänder. Österreich steht im Bann einer riesigen Korruptionsaffäre. Im Zentrum: Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seine Verbindung in die Schweiz.

Von Bernhard Odehnal, Wien

Am 6. Dezember 2011 hält die Zürcher Firma Ferint bei einem Notar in Rorschach ihre Generalversammlung ab. Gut besucht ist sie nicht. Ausser dem Notar ist nur Verwaltungsrat Urs S. anwesend. Innert kurzer Zeit wird die Tagesordnung abgehakt, obwohl es um wichtige Veränderungen geht: Die Firma erhält einen neuen Namen, einen neuen Sitz und einen neuen Zweck. Ein ganz normaler Vorgang? An sich schon. Aber in diesem Fall verschwand ein Firmenname aus den Schweizer Registern, der in Österreichs Medien täglich in Verbindung mit der mutmasslich grössten Korruptionsaffäre der Zweiten Republik genannt wird.

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